Mittwoch, 28. Juni 2017

Nach dem Astrotreff nach Wilhelmsburg

André Wulff ist ein langjähriger Vereinskollege und Sternfreund aus meinem Astroverein, der GvA-Hamburg. Er hat auch bereits Radiosondenblut geleckt und hat sich kürzlich eine Yagiantenne und einen RTL-SDR-Stick beschafft - wohl auch motiviert durch meine Aktionen. Neulich haben wir versucht, eine Radiosonde in Finkenwerder einzusammeln - leider ohne Erfolg.

Während des gestrigen GvA-Klönsnacks landete M3853051, die Bergener 18Z-Sonde,  im Raum Wilhelmsburg. Statt wie üblich noch zu einem Glas Bier in der nahen Kneipe zu bleiben, fuhren wir schnell in die Landegegend. Die Bremer Prediction hatte die Landeposition am Rande eines Fußballplatzes. Gottseidank stimmte die Vorhersage nicht allzu genau. Denn der Platz war von einem hohen Metallgitterzaun Modell "Honni Spezial" umgeben, und alle Tore auf das Gelände waren natürlich um die Uhrzeit verschlossen.

Um den Sportplatz herum gab es vor allem Kleingärten. Peilen war in dem zaunreichen Gebiet irgendwie kompliziert. Es gab immer ganz viele Echos. Ich war nie sicher, ob die Sonde auf dem Sportplatz lag, oder aber in der anderen Richtung auf einen Fleet zu. Zilog tat uns zunächst auch nicht den Gefallen. Dennoch bewegten wir uns auf den zugänglichen Wegen, und das Signal wurde durch Try and Error immer lauter. Es wurde Nacht. Aber wo lag die Sonde? War es Zeit zum Aufgeben?

Abschließend ein letzter Versuch mit Zilog - ich hatte während der ganzen Peilaktion mitgeschnitten. Und tatsächlich waren jetzt in der langen Rawdatei Positionen, und zwar sehr gute! Offenbar war die Satellitengeometrie aus Sicht der Sonde zwischendurch mal besser. Die Sonde war tatsächlich nur 40m von uns entfernt, und zwar auf der anderen Seite eines Fleets.

Um dort hinzukommen, brauchten wir einen 500m Umweg über die nächste Brücke. Auch auf der anderen Seite waren Kleingärten, und auf einem rotierte ein Alarmanlagen-Licht. Hatte der Einschlag der Sonde den Alarm ausgelöst oder gar sublegal operierende Sondenjäger-Konkurrenz? Aber die Zilog-Position war weiter den Weg herunter, im letzten Kleingarten des Weges, nah am Ufer des Fleets.  So direkt war nichts zu sehen. Wir inspizierten den Garten von außen mit Lampe und Feldstecher. Wir wollten gerade aufgeben, da erspähte Andre tatsächlich den Fallschirm, der auf dem Dach der Hütte lag, und die Schnur. Der Kleingärtner war nicht da, aber die Schnur konnten wir greifen, und das half weiter. Skeptisch dreinschauenden Spaziergängern erklärten wir unser durchaus erklärungsbedürftiges Tun. Am Ende hatten wir M3853051 erbeutet - Andres erste Radiosonde. Wie üblich kleiner Schirm, kein Ballonrest, ohne Hülle festgeklebter Info-Zettel.

Übersicht über alle Radiosondenfunde hier

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