Sonntag, 21. Mai 2017

Autobahnsperrung und die Folgen

Die Mitternachtssonde vom 21.5.2017 (L0533160) aus Bergen sollte laut Prognose mitten in Altona landen, weshalb ich auf der Lauer lag. Vom Balkon aus konnte ich die Landung bis in geringe Höhe (GPS-Höhe=147.9m, enstrechend 87m über Grund) verfolgen. Allerdings lag der Landeplatz im Raum Hasloh, also deutlich nördlicher als erwartet. Eine rasch gerechnete Habhub-Prediction ergab eine Position auf einem Feld direkt an der A7. Bremen hatte die Landeposition direkt am Fahrbahnrand. Ich hatte die Sonde aber viel tiefer erfasst und wusste sicher, dass sie auf dem Feld lag. Zu erreichen war die Landestelle entweder von der U-Bahn-Station Garstedt aus, oder von der AKN-Station Hasloh. Letztere ist vom Hamburger Westen bequemer zu erreichen. Nach Garstedt fuhren die Züge die ganze Nacht, aber das war eine elende Gurkerei. Also wartete ich, bis die AKN verkehrte und fuhr da hin. Die Batterie der SGPD sollte reichen. Das war ein Fehler, wie sich zeigen sollte.

Das mitgenommene Fahrrad sollte mich die knapp 4km zur Sonde bringen, über die Autobahnbrücke der Garstedter Straße. Wenige Meter vor der Brücke, gar nicht weit weg vom Ziel,  sah ich ein  "Durchfahrt-Verboten" Schild. Die Brücke dahinter war abgerissen.

Seit einiger Zeit toben auf der A7 großräumige Bauarbeiten, und an diesem Wochenende war die Autobahn sogar zeitweise voll oder richtungsweise gesperrt. Da werden auch mehrere Brücken abgerissen und wieder aufgebaut. Dass diese hier abgerissen worden war, hatte ich jetzt nicht erwartet. Google Maps schlug einen Umweg über die Autobahn vor - toll für den Radfahrer. Dem Autofahrer hätte der Tipp ebenfalls nichts genutzt, denn die A7 war gerade gesperrt...

Nachdem die anfängliche allgemeine Genervtheit überwunden war, stellte sich die Frage: Wie kommt man zur Sonde? Eine kurze Webrecherche ergab, dass auch die weiter nördlich gelegene Brücke an der Dorfstraße von Hasloh gesperrt war. Über einige weitere Brücken war nichts oder Widersprüchliches zu erfahren. Explizit offen waren nur relativ weit entfernte Brücken, und die hätten einen massiven Umweg erfordert.

Also zurück zum Bahnhof Hasloh. Jemand, den man fragen konnte, sah ich nicht. Mit der AKN konnte man im Prinzip relativ rasch über Ulzburg und Norderstedt nach Garstedt gelangen. Ich hatte keine Meinung dazu, auf Verdacht noch 3 weitere Brücken auszuprobieren. Nach einer halben Stunde Wartezeit kam die Bahn, und mit 2mal Umsteigen stand ich - sehr spät - am Bahnhof Garstedt.

Von da aus war es mit dem Rad jetzt endlich  ein Katzensprung bis zum Feldrand. Leider erwies sich der Acker als bereits recht hoch bewachsenes Roggenfeld. Auch war die Sonde inzwischen komplett verstummt, diese extreme Anreise hatte einfach zu viel Zeit gekostet. Mit dem Fernglas war so direkt nichts zu sehen, Sonde, Fallschirm und Schnur waren, wie zu erwarten, komplett im Roggen versunken.

Was blieb als letzte Chance? Blindes Vertrauen in die eigenen Daten vom Morgen und die  Prediction!  Rechner und Antenne wegpacken und zu der vorhergesagten Landestelle gehen. Durch ein paar Ackerfurchen ging es, durch GPS geleitet, zu der Stelle. Und kurz vor dem Ziel sah zu meiner Freude plötzlich aus ein paar Metern Entfernung ein verdächtiges Objekt.



 Das sieht verdammt nach einer verzwirbelten Schnur aus! Die Prognose hatte exakt gestimmt!









Auf der Garstedter Seite war die Verkehrsführung übrigens vorbildlich. Überall waren Schilder, die auf die zur übrig gebliebenen Brücken und die neue Verkehrsführung hinwiesen. Es kam noch besser: Eine Brücke war "gesperrt", aber bei einem Check vor Ort nicht für Radfahrer. Von dort hatte man auch einen tollen Blick auf die abgerissene Problembrücke.



 So ging es aber schnell zur AKN-Station Bönningstedt und damit nach Hause.



Übersicht über alle Radiosondenfunde hier

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