Freitag, 20. Januar 2017

Zwei Pinneberger DFMs....

Der DWD in Pinneberg startet in unregelmäßigen Abständen Testflüge mit RS92-SGPLs und DFM09-Sonden - angeblich für den Betrieb auf Forschungsschiffen. Beide Sondentypen tragen weder den bekannten gelben Label noch haben sie einen Fallschirm. Am 19.1. ging es wieder los, es startete eine  Pinnerberger Mittagssonde. Bei geringen Winden blieben in Pinneberg gestartete Ballons im Hamburger Raum. DFM09-514639 sah ich auf der Bremer Seite in Harsefeld landen - nicht weit weg von meiner Sylvestersonde. Die Bremer hatten die Positionen bis in 178m Höhe erfasst - Harsefeld ist eben dichter an Bremen als mein übliches Sondenjagdgebiet. Machen konnte ich jobbedingt leider direkt nix. Aber tags darauf konnte ich mich loseisen. Ich vertraute einfach auf die Genauigkeit der Landevorhersage aus 178m Höhe. Also ging es mit GPS-Handy, aber ohne Notebook und ohne Antenne mal wieder ins schöne Harsefeld.


Die berechnete Position lag Google Earth exakt auf der Grenze zwischen einer weitgehend abgeernteten Weihnachsbaumplantage, einem Wald mit hohen Fichten und einem abgeerntetem Maisfeld. Also war vor allem spannend, auf welcher Seite die Sonde lag. Auf das Maisfeld kam man bequem rauf. Die Weihnachtsbaumplantage umgab der allseits beliebte Maschendraoaatzaaun. Dem Zaun folgte ich den auf Google Earth identifizierten Fichten entgegen. Und? Auf der Position sah man sofort ein paar Schnüre, leider auf der anderen Seite des Zauns. Ich verfolgte sie über ein paar Wipfel bis zum Boden... Die Sonde lag , welche ein Glück, direkt vor meinem linken Fuß, knapp auf der Maisfeldseite . Der Fehler der Prognose betrug nur 13 Meter, aber die waren entscheidend.






An der Schnur konnte ich auch die Ballonbestandteile und Abroller über die Bäume auf das Maisfeld wuchten und einsacken. Fallschirme, die sich irgendwo festhaken, kennt man in Pinneberg ja nicht. Mission accomplished, rolling home. Aber nein - es ging gleich weiter!

Denn ein Blick auf die Bremer Seite - es lebe das mobile Internet - verriet mir, dass eine weitere Pinneberger Sonde (DFM09-513698) in der Luft war. Während der Heimfahrt stellte sich heraus, dass diese Sonde in Schnelsen heruntergekommen war. Die Bremer Seite hatte sie bis in 541m Höhe erfasst. Also gar nicht erst raus aus den Klamotten, Notebook und Antenne eingesteckt, und gleich wieder los. S-Bahn und Bus brachte mich in unmittelbare Nähe der Landestelle.

 Bushäuschen sind ideal für einen Empfangsversuch bei Nieselwetter. Eine Rentnerin machte sich Sorgen um mich. "Gehts Ihnen gut? Sie stehen da so in gebückter Haltung in dem Bushäuschen, soll ich einen Arzt holen?" Hab sie für ihre Aufmerksamkeit tüchtig gelobt und ihr die Situation erläutert und die inzwischen ermittelte GPS-Landestelle auf Googlemaps gezeigt. Sie war etwas enttäuscht, dass es nicht IHR Grundstück war, sondern ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite bei einem Nachbarn. Bei dem lag erwartungsgemäß eine DFM  deutlich erkennbar im Vordergarten, 1m auf seinem Grundstück, direkt an der Straße, direkt an der Garageneinfahrt, offene Pforte! An der Regenrinne baumelte romantisch ein Ballonrest (hab ich leider nicht fotografiert)



In solchen Lagen sucht man natürlich den Kontakt mit dem Grundstücksbesitzer. Ein Briefträger riet mir gleich, welchen der beiden Klingelknopf ich in so einer Lage am besten benutzen sollte. Der Besitzer - gleiche Altersstufe wie die Dame vorher - hatte volles Verständnis für verrückte Hobbys und durchgeknallte Bastler - er war nämlich Modellbahner. Er ließ sich alles erklären und ließ mir die Sonde.

 Ach so: In Pinneberg macht man alles mit schwarzen Kabelbindern:



Übersicht über alle Radiosondenfunde HIER



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