Donnerstag, 3. August 2017

Meppen stellt auf RS92 um



Als ich mit dem Radiosondenhobby vor einem Jahr anfing, gab es praktisch nur die schon in die Jahre gekommenen RS92 der finnischen Firma Vaisala und gelegentlich mal eine DFM09 des Nürnberger Herstellers GRAW. Dann starteten in Sasel in kurzen Testphasen immer wieder mal das neue Modell RS41 der Finnen. Als kompletter Sondenneuling konnte ich gleich diese seltenen Vögel erbeuten, denn ich saß ja unweit der Quelle.  Im Jahr 2017 soll der Betrieb komplett auf RS41 umgestellt werden. Schleswig und Meppen haben bereits umgestellt, Norderney wird das im August tun, und nur Bergen fliegt noch RS92. Die Feld-Wald-und-Wiesen-Sonde RS92 wird so ganz langsam zur Rarität.

Am 3.8. würden die Meppener Sonden in mein Jagdgebiet einfliegen. Umso erstaunter war ich, dass sich beim Funkempfang das typische RS92-Geräusch einstellte: Offenbar hat Meppen wieder die alten Sonden am Start. Alle 3 Sonden an dem Tag waren RS92. 

Vor der Arbeit konnte ich noch kurz mit S-Bahn und Rad die Landestelle besuchen. Die hatte ich durch direkten Empfang und eine Habhub-Prediction ziemlich genau in Erfahrung gebracht. Leider reichte es vor Ort zeitlich nur für einen kurzen Zilog-Einsatz, eine Bergung musste auf später verschoben werden.  Der ergab aber eine hochqualitative Landeposition. Weiter ging es dann mit dem Rad zur Arbeit. Und danach gleich wieder zur Landestelle. 

Dort war es gar nicht einfach, den Besitzer der Baumschule in Erfahrung zu bringen. Eine andere Baumschulbesitzerin meinte, ihr gehöre das nicht, aber die „Betreten Verboten“ Schilder könne man aber wohl  problemlos ignorieren. Das war keine zielführende Auskunft. Als ich vor Ort war, löste sich das Problem von selbst. Denn der "Baumschuldirektor" höchtselbst kam gerade mit seinem Trecker angefahren, und war anfangs gar nicht so begeistert von meinem Ansinnen und mochte deutlich keine Fremden auf seinem Gelände. Als ich ihm die Sache aber genauer erklärt hat, stellte er die üblichen „W“-Fragen (wo?, wie groß?, warum?), die ich alle beantworten konnte. „OK, ich komme mit dem Trecker von der anderen Seite, wir sehen uns vor Ort“. Dort war die Bergung aber ohne schweres Gerät problemlos möglich. Ich konnte ihm den Fund erläutern und durfte damit glücklich abziehen. Freundlicher Mensch mit sinnvollen Ansichten.

Die Sonde war eine SGPD, und das Setup war Meppen-typisch, wie früher üblich. Die Meppenpappe sah aus wie früher, und der große rote Fallschirm auch., mittelgroßer Ballonrest.

Vielleicht wollen die Meppener einfach ihre Lagerbestände weiter abbauen, aber merkwürdig ist so ein „back to the roots Erlebnis“ schon.




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Montag, 31. Juli 2017

Zu hoch am Baum...

Am 31.7.2017 flogen die Meppener Sonden mal wieder in den Raum Hamburg. Erst landete am Morgen die Sonde N2240545 mitten in Barmbek - also mitten in der Großstadt. Dort wohnt der ebenfalls sondenbegeisterte André Wulff, nur 300m von der Landestelle entfernt. Ich war noch in der Bahn unterwegs von Herford nach Hamburg. Also kriegte André eine SMS: "Na, wie ist die Lage im Landegebiet?". André hatte die Sonde aber gar nicht auf dem Schirm. Wahrscheinlich hätte er den roten Schirm sonst im Landeanflug aus seinem Wohnungsfenster sehen können.  Er konnte die Sonde zwar empfangen, aber nicht dekodieren. Er hatte auch andere Termine. Seine kleine schnelle Exkursion und ein schneller Check vor Ort waren erfolglos.

Erst am frühen Nachmittag trudelte ich am Hamburger Hauptbahnhof ein. Eine schneller Abstecher  nach Barmbek mit der S-Bahn würde vielleicht noch die GPS-Koordinaten noch sichern helfen.  Das erste Mal, dass ich eine Rollenreisetasche auf Sondenjagd hinter mir herzog Aber vor Ort war da kein Signal mehr empfangbar. Ein Check der Gegend brachte das gleiche Ergebnis wie bei André.

Inzwischen war N2240516 aus Meppen bei Helmste, 6km von Horneburg entfernt, gelandet. So konnte ich mein Niedersachsen-Ticket gleich noch mal nutzen und mit der S-Bahn  nach Horneburg fahren. Von dort aus brachte mich der Drahtesel zur Landestelle. Diese lag laut Bremer Prognose dort, wo das Dorf, Feldmark und Wald aneinanderstoßen. Und die GPS-Sondenkoordinaten lagen natürlich im Wald.

An der Stelle war nichts zu erkennen. Also musste gepeilt werden - im absoluten Nahfeld bei der Oberwelle der doppelten Frequenz. Das Signal kam direkt von oben. Im fraglichen Baum war nichts zu erkennen. Etwas weiter weg konnte ich dann die Sonde baumeln sehen:

Leider unerreichbar mit meiner 8m-Stange. Und weil man direkt von unten nichts sieht, dürfte eine Bergung auch mit einer 15m-Stange schwierig sein.

 Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich auch den Fallschirm entdeckte. Er hing 30-40m weiter in einem recht gut erreichbaren Baum, auch ca. 10m hoch.Die Hoffnung, dass man vielleicht irgendwo die Schnur greifen könnte, erfüllte sich leider ebenfalls nicht. Sie glänzte in der Sonne und verlief über mehrere weitere Bäume. Eindrucksvoll die Meppenpappe im neuen Stil, die seit der Umstellung auf RS41 jetzt in der Form des Verpackungskartons der Sonde daherkommt; ich hatte seit der Umstellung noch keine Meppener Sonde gesehen.




Also kommt die Sonde auf eine Liste, wo ich im Herbst mal nachgucken gehen werde.




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Samstag, 29. Juli 2017

Etwas mehr Konkurrenz

Am 29.7.2017 war ich bei Freunden in Herford. Die Essener Mittagssonde N1250463 landete im benachbarten Lemgo, im Ortsteil Brake. Meine Freunde waren heiß darauf, das Teil zu erbeuten, ich natürlich erst recht!

Die Bremer Prediction lag in der Wiembecker Straße, wo wir auch das Auto parkten.  Von dort aus hatte ich schönen Empfang. Die GPS-Koordinaten lagen keine 180m entfernt in der Residenzstraße. Ich war sehr sicher, dass dies meine erste Sonde vom Startort Essen werden würde. Wir sind dann über einen Friedhof gelaufen und durch eines der Tore direkt an der Sondenposition aufgetaucht. Dort war nichts zu sehen. Weder auf dem Parkstreifen noch in den Büschen rundherum war irgend etwas Verdächtiges erkennbar. Wir haben uns dann das benachbarte Grundstück einer Wohnanlage angeguckt. Da war auch nichts. Irgendwelchen Empfang gab es auch keinen mehr. Da war offenkundig jemand schneller. Etwas verdattert machten wir uns auf den Weg nach Hause.

Ich habe dann mal im Radiosondenforum nachgefragt. Und tatsächlich meldete sich Hinnack. "Ja, das war ich". Und die Position war auch gar nicht die Landestelle, die nämlich auf dem Friedhof lag. Hinnack hatte die Sonde offenbar sendend mitgenommen, dann seine Sachen im Auto verstaut. Erst danach hat er sie abgeschaltet. Es ist in Sondenjägerkreisen eben ein guter Brauch, am Ort des Geschehens zu verweilen, um Zu-Spät-Kommern wenigstens eine Chance auf eine nette Fachsimpelei zu erlauben. Naja, beinahe hätte das ja auch geklappt. Wir können uns nur um Minuten verpasst haben! "Dann hätten wir nett einen Kaffee zusammen getrunken", meint Hinnack.

Genau so muss das sehen! Vielleicht klappt das ja irgendwann mal.

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Sonntag, 23. Juli 2017

Im Wahljahr an den Kanzlershof


Der 23.7. war sondentechnisch nicht vorbei. Auch Mittags waren die Winde für einen Flug Bergen-Hamburg noch günstig. M3933581 fiel allerdings, nachdem der Ballon in 33km Höhe geplatzt war, wie ein Stein vom Himmel und ging bei Rönneburg nieder. Ich konnte die Landung bis in 171m Bodenhöhe von meinem Balkon verfolgen. Eine Prediction der Landestelle gab ein erstaunliches Ergebnis: Die Koordinaten entsprachen EXAKT, bis auf die letzte Stelle, dem Ergebnis der Bremer Vorhersage. Ich überlegte mir, ob ich überhaupt etwas anderes mitnehmen sollte als Gummistiefel und mein GPS-Handy. Um es kurz zu machen: Diese Minimalausrüstung hat es am Ende getan - den anderen Kram habe ich nicht aus dem Rucksack ausgepackt.

Mit Bahn und Bus ging es nach Rönneburg, und von da aus ging es weiter durch die Straße  KANZLERHOF. Sondensuche bei Hofe, und das im Wahljahr.  Gummistiefel brauchte ich, weil die Landestelle auf einer Marschwiese lag. Ich hatte Glück: Nur der Streifen, auf dem die Sonde lag, war vor ein paar Wochen gemäht worden!
Dennoch begann ich an der Richtigkeit der Prognose zu zweifeln. Mit dem Fernglas sah man auf der Wiese rein gar nichts. Ich war zu faul. mein Peilequipment auszupacken, sondern bin einfach rein nach Koordinaten zur vorhergesagten Stelle gegangen. Erst aus kurzer Entfernung sah ich ein Stück der Schnur durchs Gras schimmern. Noch etwas näher, und ich hatte diesen Anblick:









Der Fallschirm sah auf den ersten Blick ganz normal aus, und es war ein großer Schirm.



 Das erstaunte mich angesichts der enormen Aufschlaggeschwindigkeit sehr. Bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, was los war:



Die Spitze des Schirms hatte sich mit Schnur, Ring und Ballonrest verheddert. Dadurch war der Schirm einfach umgestülpt worden und in dieser Stellung fixiert. Dass sowas nicht recht bremsen kann, ist logisch.

Am Folgetag konnte ich auch noch die Bergener 0Z-Sonde auf dem Kitagelände einsacken. Ein Bergen-Hattrick mit aufeinander folgenden Seriennummern!


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Neue Sportarten im Sporthotel

Am 23.5.2017 flog die Mitternachtssonde aus Bergen (M3933579) in den Hamburger Raum ein und landete in Rahlstedt. Ich fuhr in aller Frühe per S-Bahn und Zug nach Rahlstedt und legte die letzten 1500m zu Fuß zurück. Vor Ort prima Empfang und Dekodierung per Zilog. Die Landestelle war auf einem Außenspielgelände einer Kita. Alles war verrammelt und zu. Kein Rankommen. Von außen konnte ich auch nichts erkennnen. Da war erstmal nichts zu machen.

Einen kurzen, massiven Gewitterschauer saß ich in einem Bushäuschen aus. Von dort aus wollte ich den Heimweg antreten.Gelangweilt und etwas frustriert surfte ich die Bremer Seite an. Was war das? Die Bergener 6Z-Sonde M3933580 war unterwegs. Sie stand schon südlich von Hamburg und war im Landeanflug, noch 8000m hoch. Eine Prediction zeigte die zu erwartende Landeposition in Bramfeld. Das war keine 5km von mir entfernt! Ich machte mich sofort in die Richtung auf. Die Landeposition wanderte von Lauf zu Lauf immer mehr Richtung Tonndorf, also immer dichter an mich heran. Als M3933580 landete, war ich keine 3000m entfernt. Ich habe versucht, die Sonde zu sehen - Fernglas, freies Auge - hatte aber leider keinen Erfolg. Am Ende lag die Vorhersageposition AUF der Kreuzung Kuehnstraße/Jenfelder Allee in Tonndorf. Das hätte ich auch zu Fuß zurücklegen können.  In Wanderrichtung war eine Busstation. Es lebe die HVV-App. Wohin fahren hier die Busse? Nach TONNDORF! Wann kommt der nächste Bus? In EINER Minute. Also einfach einsteigen und hin! Von der Station Tonndorf waren es nur 400m bis zu besagter Kreuzung. Dort war aber nichts zu sehen.

 Empfang vor Ort war allerdings vorhanden. Zilog tat auch. Danach lag die Sonde am Rande eines großen Sportgeländes, 400m entfernt. Einige Minuten später konnte ich die Sonde von der Straße aus sehen, auf der anderen Seite eines hohen Zauns. Das Bild ist durch die Maschen aufgenommen:


Am Zaun hingen alle paar Meter Schilder, die auf das Sporthotel Hamburg hinwiesen


Stellte sich heraus, dass der Eingang direkt neben der Sonde war. Dort fand gerade irgendein DFB Fußballdings statt, weshalb der Parkplatz voll war. Die Fußballplätze waren aber leer (typisch DFB?). Also musste ich da rein und dringend mal neue Sportarten einführen - immer nur Kicken ist öde. Hatte kurz erwogen, mich bei der Hotelrezeption offiziell für die Qualifikation im Sportpeilen anzumelden, Hab den Gedanken dann aber instantan verworfen, weil ich bestimmt wegen erwiesener Anwendung unsportlicher Hilfsmittel wie des berüchtigten Zilog-Dopings umgehend disqualiziert worden wäre.  

Vom Hotelvorplatz konnte man einfach so auf den Platz spazieren und war somit bei der Sonde.
Die Sonde   "saß", wie schon geschildert,  auf dem Boden:

 der kleine rote Schirm war im Baum und fiel tatsächlich auf den Fußweg außerhalb des Sportplatzgeländes herunter, als ich die Sondenschnur kappte.




Alles einsacken und fertig.

So wurde die zunächst frustrierende Tour noch zum Erfolg.

Nachtrag 24.7.2017: Ich konnte Sonde M3933579 doch noch vom Kitagelände befreien:



Zusammen mit der am Nachmittag geborgenen M3922581 waren es 3 aufeiander folgende Bergen-Sonden mit fortlaufender Nummerierung!


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Sonntag, 16. Juli 2017

Zwei Sonden aus Schleswig

Am Wochenende des 15/16.7.2017 flogen zwei Schleswiger Sonden in den Bereich Hamburg ein. Die erste war M5130119, die Mittagssonde des 15.7. Sie landete in Neu-Wulmstorf. Die Endphase war recht chaotisch, und die Bremer Prediction sprang gewaltig hin und her. Per eigenem Empfang konnte ich die Sonde aber sehr tief verfolgen und wusste daher, dass sie entweder am südlichen Rand des Minigolfgeländes oder vor dem Freibad liegen müsste. Bahn und Bus brachten mich dort hin, aber der Schlager-Move war im vollen Gange, und das Leben konnte in vollen Zügen genossen werden. Vor dem Freibad dann rasch die Antenne angestöpselt und - nichts! Offenbar war die Sonde  nicht mehr da, kann man nix machen. Eine umfangreiche Suche in der Landegegend und weitere Empfangsversuche waren auch negativ. Shit.

M5130120 (16.7.17, 0Z) konnte ich gut im Flug empfangen, aber irgendwie hatte Bremen die Sonde noch tiefer - ungewöhnliche 192m tief. Ionosphäre lässt grüßen. Der Landplatz war am Rande des Schulgeländes der Grundschule in Ellerau oder in dem östlich davon gelegenen Wäldchen. Diesmal hatte ich Empfang. Der Platz war nach den GPS-Koordinaten im Wald, aber ganz dicht an der Grenze zum gut zugänglichen. Schulgelände. Auf dem Schulhof stand eine Bank und ein Tisch, was für einen weiteren Empfangs und Peilversuch einladend war. Aber vom Schulgelände aus war leider nichts im Wald zu entdecken. Der Zugang zum Wald war abgezäunt. Das Haus neben der Schule wurde von einem Amateurfunker bewohnt, der seinen Garten mit einem beeindruckenden Antennenpark ausgestattet hatte. Von der Straße aus war der Wald zugänglich, und Trampelpfade brachten mich zur Sondenposition. Aber wo ist die Sonde? Ich sah sie dann aus einiger Entfernung in ca. 15m Höhe am Stamm einer Eiche baumeln. Die Schnur ging aufwärts, und ich konnte auch einen Blick auf den Schirm erhaschen, der noch höher hing. Man muss wohl mit einer ganz langen Stange wiederkommen, und auch dazu muss man wohl abwarten, bis die Blätter fallen. Denn derzeit sieht man direkt von unten von der Sonde NICHTS.


Dann rief Andre Wulff an. Er war ebenfalls in Ellerau gewesen, aber schon nach Erlöschen der Sonde. Er hatte auch den Wald durchstöbert, aber  nichts gefunden. Ohne Empfang war die Sonde auch schwer zu entdecken. Er meinte aber - offenbar frustrationsresistent - dass er sich auf die Suche nach C4834112 machen würde. Ob ich Lust hätte, mitzukommen. Diese Sonde - Baujahr 2007- war von Pinneberg aus am 13.7. gestartet worden und war bei Warlitz in der Gegend von Hagenow in einem Wald gelandet. Ich hatte ja schon einmal eine solches antikes Schätzchen in der Fischbeker Heide gefunden. Der Wald machte in Google Earth einen lockeren Eindruck, teilweise Lichtungen, und bei der enormen Landegeschwindigkeit könnte die fallschirmlose Sonde auch dieses Mal wieder durchplumpsen. Allerdings endete die Bremer Aufzeichnung in 827m Höhe. Die Prediction machte aber einen sehr konsistenten Eindruck. Also nichts wie hin! Der Wald war voll von Mücken und Bremsen. Er war lockerer als damals in Fischbek. Wir haben dann den Wald auf den Kopf gestellt und sie nicht gefunden. Ich vermute ja, dass die Sonde in der eingezäunten und zugewucherten Lichtung, die wir nicht absuchen konnten, versteckt liegt.

Naja, in letzter Zeit habe ich viele Sonden geborgen, auch welche, die nur mit geringer Wahrscheinlichkeit gefunden werden konnten. Und irgendwann holen einen die Spielregeln der Statistik wieder ein.

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Mittwoch, 12. Juli 2017

Ein Jahr Sondenjagd - Bergener Sonde bei Schnakenbek

Fast genau ein Jahr nach meiner ersten Begegnung mit einer Radiosonde flog die Radiosonde M3926139, die Bergener Mitternachtssonde vom 11.7.2017. Die Sonde erreichte die große Höhe von über 37000m. Nach dem Platzen hatte sie praktisch keine Fallschirmwirkung, jedenfalls ging sie mit 19m/s im Bereich Schnakenbek nieder. Auf der Bremer Seite gab es keine sinnvolle Prediction. Dennoch konnte ich die Landestelle durch einfache Extrapolation auf einer Koppel, die auf Google Earth wie eine Wiese aussah, abschätzen. Angesichts der hohen Landegeschwindigkeit war diese Abschätzung sicherlich sehr genau.

Am 11.7. hatte ich keine Möglichkeit zu einem Ausflug zur Landestelle. Am Abend des 12.7. konnte ich mit S-Bahn und Bus zur Station Schnakenbek-Lärchenhain gelangen. Von hier aus waren es nur ca. 1.5km zu Fuß. Auf besagter Wiese lag zu meiner Enttäuschung kein roter Fallschirm, dafür aber ein weißes, etwa fußballgroßes, rundes Objekt etwa 60m von der erwarteten Position entfernt. Nähere Inspektion zeigte, dass es sich um einen völlig zerfaserten, sehr kompakten Ballonrest handelte, der den Schirm und den Abroller fast völlig umschloss:


umgedreht und aus der Nähe:

  

Die Radiosonde lag einige Meter weit daneben; die Programmierklappe war deutlich durch den unsanften Aufschlag lädiert. Einen Begleitzettel gab es nicht.



Am Ende bot meine Jahrestagsonde kein Peilabenteuer. Sie hat aber von allen 70 bisher gefundenen Sonden die größte Flughöhe und teilt sich den ersten Platz in der Rubrik Einschlaggeschwindigkeit mit L1623296, einer anderen mit kleinem Fallschirm gestarteten Bergener Mitternachtssonde.

Früher hatten alle Bergener Sonden große rote Schirme. Dann ging man dazu über, die niedrigen Flüge um 18 und 6 Uhr mit den kleinen Schirmen, wie sie vorher nur bei Manöversonden üblich waren, auszustatten. Jetzt verwendet man offenbar fast nur noch die kleinen Schirme - was bei großen Flughöhen mitunter nicht funktioniert. Vielleicht sind die großen Schirme einfach aufgebraucht, und es werden angesichts der bevorstehenden Umstellung auf die leichten RS41 keine großen Schirme mehr beschafft? Denn die RS41 ist ja genau so leicht wie eine Manöver-DFM.

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Dienstag, 11. Juli 2017

Zwei Bergener Sonden auf Büchen

Am 10.7.2017 landeten sowohl die 6 UT-Sonde als auch die 12 UT-Sonde im Raum Büchen. In meiner Kindheit war hier das Ende der Welt - die letzte Bahnstation vor der DDR-Grenze. In der Landephase der Mittagssonde regnete es in Strömen. Als dann aber gegen 19:00 der Regen aufhörte, schnappte ich mir Fahrrad und Sondenjägerbesteck und ab ging es per Regionalbahn nach Büchen. Zuerst wollte ich die Mittagssonde (M3923676) besuchen. Hier hatte ich eine gewisse Hoffnung, die Sonde noch sendend anzutreffen. Die Bremer Prediction hatte die Sonde auf einem Weizenfeld bei dem Dorf Witzeeze, und in der Landephase war die Vorhersage recht stabil gewesen. Man konnte mit dem Rad bis 70m an die Stelle heranfahren. Leider war die Batterie der Sonde wohl schon leer, jedenfalls gab es keinen Empfang. Das Weizenfeld wurde nun mit dem Fernglas genauestens inspiziert, was beonders gut von einer benachbarten Wiese aus ging. Irgendwann sah ich einen rötlichen Fremkörper sehr nahe der Vorhersageposition. Eine Treckerspur brachte mich sehr nahe an das Objekt heran, welches sich als kleiner roter Schirm entpuppte

 
Um das Feld nicht unnötig zu zertrampeln, habe ich die Sonde mit der Sondenschnur zu mir gezogen, was sie unbeschadet überstand. Daher kenne ich die ganz exakte Position der Sonde nicht. Der Fallschirm war aber nur 14m von der Bremer Prediction entfernt - nach Meinung meines Handy-Navis. Und die Sonde selbst lang dichter an der vorgergesagten Stelle.



Momentan finde ich es erstaunlich, wie häufig Bergen die Fallschirme ändert. Früher hatten alle Bergener Sonden große rote Schirme. Dann wurden die 6UT und 18UT Sonden mit kleinen Schirmen geflogen. Diese kannte ich bis dahin nur von den viel leichteren Manöver-DFMs. Jetzt fliegen auch die Mittagssonden mit kleinen Schirmen, und neulich hatte ich eine Mitternachtssonde, ebenfalls mit kleinem Schirm.

In jedem Fall musste ich mich sputen, denn ich wollte die Landestelle der anderen Sonde M3853051ebenfalls noch besuchen. Einmal brauchte ich dazu Tageslicht, zum anderen wollte ich die Bahn um 22:07 noch kriegen - danach war es schwierig und nervig, Hamburg noch per Bahn zu erreichen.

 Die Bremer Landestellenprognose lag am Ufer des Elbe-Lübeck-Kanals. Leider konnte ich die Sonde nicht entdecken. Das kann verschiedene Gründe haben: Sonde ist in den Kanal gefallen, Sonde hing in einem der umstehenden Bäume oder im Gestrüpp. Es wurde langsam dunkel und ich hatte nur wenig Zeit. Meine Suche war daher nicht allzu gründlich. Um den Zug noch zu kriegen, musste ich in die Pedale treten.

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Mittwoch, 28. Juni 2017

Nach dem Astrotreff nach Wilhelmsburg

André Wulff ist ein langjähriger Vereinskollege und Sternfreund aus meinem Astroverein, der GvA-Hamburg. Er hat auch bereits Radiosondenblut geleckt und hat sich kürzlich eine Yagiantenne und einen RTL-SDR-Stick beschafft - wohl auch motiviert durch meine Aktionen. Neulich haben wir versucht, eine Radiosonde in Finkenwerder einzusammeln - leider ohne Erfolg.

Während des gestrigen GvA-Klönsnacks landete M3853051, die Bergener 18Z-Sonde,  im Raum Wilhelmsburg. Statt wie üblich noch zu einem Glas Bier in der nahen Kneipe zu bleiben, fuhren wir schnell in die Landegegend. Die Bremer Prediction hatte die Landeposition am Rande eines Fußballplatzes. Gottseidank stimmte die Vorhersage nicht allzu genau. Denn der Platz war von einem hohen Metallgitterzaun Modell "Honni Spezial" umgeben, und alle Tore auf das Gelände waren natürlich um die Uhrzeit verschlossen.

Um den Sportplatz herum gab es vor allem Kleingärten. Peilen war in dem zaunreichen Gebiet irgendwie kompliziert. Es gab immer ganz viele Echos. Ich war nie sicher, ob die Sonde auf dem Sportplatz lag, oder aber in der anderen Richtung auf einen Fleet zu. Zilog tat uns zunächst auch nicht den Gefallen. Dennoch bewegten wir uns auf den zugänglichen Wegen, und das Signal wurde durch Try and Error immer lauter. Es wurde Nacht. Aber wo lag die Sonde? War es Zeit zum Aufgeben?

Abschließend ein letzter Versuch mit Zilog - ich hatte während der ganzen Peilaktion mitgeschnitten. Und tatsächlich waren jetzt in der langen Rawdatei Positionen, und zwar sehr gute! Offenbar war die Satellitengeometrie aus Sicht der Sonde zwischendurch mal besser. Die Sonde war tatsächlich nur 40m von uns entfernt, und zwar auf der anderen Seite eines Fleets.

Um dort hinzukommen, brauchten wir einen 500m Umweg über die nächste Brücke. Auch auf der anderen Seite waren Kleingärten, und auf einem rotierte ein Alarmanlagen-Licht. Hatte der Einschlag der Sonde den Alarm ausgelöst oder gar sublegal operierende Sondenjäger-Konkurrenz? Aber die Zilog-Position war weiter den Weg herunter, im letzten Kleingarten des Weges, nah am Ufer des Fleets.  So direkt war nichts zu sehen. Wir inspizierten den Garten von außen mit Lampe und Feldstecher. Wir wollten gerade aufgeben, da erspähte Andre tatsächlich den Fallschirm, der auf dem Dach der Hütte lag, und die Schnur. Der Kleingärtner war nicht da, aber die Schnur konnten wir greifen, und das half weiter. Skeptisch dreinschauenden Spaziergängern erklärten wir unser durchaus erklärungsbedürftiges Tun. Am Ende hatten wir M3853051 erbeutet - Andres erste Radiosonde. Wie üblich kleiner Schirm, kein Ballonrest, ohne Hülle festgeklebter Info-Zettel.

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Im Abstieg verfolgt

M3853050 ist heute im Hamburger Raum niedergegangen. Da ich damit rechnete, hatte ich mein Sondenjägerequipment auf Arbeit. Konnte mit RTL-SDR und Sondemonitor den Endanflug aus dem Laborfenster einer befreundeten Arbeitsgruppe verfolgen. Leider hatte ich als Standort in SM meine Wohnung eingegeben, so dass die angezeigte Höhe über dem Horizont zu niedrig war. Das habe ich dann im Kopf korrigiert und die Richtung durch Peilen ermittelt. In der passenden Himmelsgegend habe ich mit einem 10X50-Feldstecher nach dem Fallschirm Ausschau gehalten und den Schirm als dunklen Punkt auf hellem Grund mit etwas Ballonrest darunter ausgemacht. Bester Kontrast, kein Irrtum möglich. Ich konnte die Sonde mehrere Minuten lang wunderschön dahinsegeln sehen!!. Rekonstruktion mit Google Earth ergab eine Distanz von anfangs ca. 6km und kurz vor der Landung von 9-10km - man sah auch, dass sich das Ding entfernte. Vorteil war, dass die Bergen-Schirme der Mittags- und Mitternachtssonden so groß sind.

Die Landestelle erschien mir nach der Karte in SM in der Elbe zu liegen, aber Bremen-Predict sah sie AUF(!) der Mole von Fährhaus Schulau. Leider war in der Inline-Version zu erkennen, dass die letzten Punkte eher nördlich der Prediction lagen und somit eher im Fluss. Meine eigenen letzten Daten habe ich gar nicht näher ausgewertet, sondern bin gleich hingefahren. Vor Ort war es aber leider so wie befürchtet: Kein Empfang und auch keine visuellen Hinweise. Sondenschicksal Tod in den Fluten, da kann man nix machen. Dennoch bin ich gerade ziemlich erfreut, denn eine landende Sonde am Schirm hab ich noch nie gesehen.

Montag, 26. Juni 2017

und gleich noch eine Sonde aus Norderney

Auch die Mittagssonden aus Norderney flogen Richtung Hamburg. Es waren gleich zwei! M3013218 landete bei Stade auf einem Altländer Obsthof. Es kam aber zu einem Nachstart: M2643006. Diese RS92 SGPA schaffte es über die Elbe und ging bei Wedel nieder. Das war für mich viel besser erreichbar. Von der Bushaltestelle am Wedeler Krankenhaus führte ein Weg in die Marsch. Aus weiter Ferne war ein auffälliges weißes Objekt auf der gemähten Wiese erkennbar. Genaueres Hinsehen zeigte allerdings zwei weitere weiße Gegenstände. Alle drei waren aus meiner Sicht auch eher zu groß für einen Fallschirm. Je näher man kam, umso weniger sah das zuerst gesehene auffälligste Objekt "echt" aus. Leider hatte ich mein Fernglas zuhause vergessen. Da tiefe Gräben die Marsch durchziehen, macht es Sinn herauszukriegen, ob eines der Objekte der Schirm sein könnte - und wenn ja, welches. Eine Peilung aus 150m Entfernung mit der Yagiantenne wies eindeutig in die Richtung des "schönsten" weißen Objekts. Eine Dekodierung mit Zilog ergab eine spektakuläre Lösung (d=1.4, DOP=3.3, 7 Satelliten!) Kein Zweifel - in unmittelbarer Nähe des zu großen weißen Objekts lag M2643006. Und mehr musste ich nicht wissen. Alle Gerätschaften verschwanden im Rucksack und los ging es. Über ein paar Gatter geklettert und über ein paar Gräben gesprungen. Dann war ich vor Ort.








Es war der Fallschirm, aber aus der Ferne sah der recht große Ballonrest irgendwie atypisch aus. Mit einem Fernglas hätte ich weder peilen noch ziloggen brauchen, aber diese Aktion hat dafür so richtig Spaß gemacht.

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Norderney-SGPA in Prisdorf

M2643563 war die Mitternachts SGPA aus Norderney, die am Morgen des 26.6. in den Hamburger Raum einflog. Noch bevor die S-Bahn fuhr, brachte mich ein Vorortzug nach Prisdorf. Die Landestelle lag in Fußgehentfernung vom Bahnhof. Zilog ergab eine nicht besonders Vertrauen einflößende Lösung  (DOP=8.5, d=1.9, Höhe negativ). Die Positionen streute um den Rand eines Wäldchens herum, und zwar mehr auf der Waldseite.Das Gute war, dass ein Fußweg direkt zur Landestelle führte. Direkt dort befand sich eine hochgeradig praktische Bank, auf der man sein Equipment ausbreiten konnte. In den Bäumen war auf den ersten Blick nichts zu sehen, also vermutete ich die Sonde doch auf der angrenzenden Wiese. Eine schnelle Körperpeilung bestätigte diese Vermutung. Ein paar Schritte in die ermittelte Richtung auf die Wiese wurden mit diesem Anblick belohnt:








Die Sonde lag im hohen Gras:

Die Sonde war übrigens 18 bis 27m von den Zilog-Positionen entfernt.

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Sonntag, 18. Juni 2017

RS41 in Langeln

Am 17. und 18.6. flogen die Schleswiger Radiosonden in den Hamburger Raum. Die 12Z-Sonde M4540104 landete auf dem Airbus-Gelände in Finkenwerder, und ich konnte sie bis unmittelbar vor der Landung durch eigenen Empfang verfolgen. Weder am Planespotter-Site noch am Werkstor noch auf der gegenüberliegenden Elbseite konnte ich die Sonde nach der Landung empfangen. Ein  Airbusmitarbeiter aus meinem Freundeskreis (ich aber nicht) durfte sogar aufs Gelände, konnte aber von der Sonde keine Spur entdecken. Möglicherweise ist sie doch in die Elbe gefallen, obwohl alle Predictions sie auf dem Festland sahen.  Mir tat es etwas leid, dass der Freund wirklich alles gegeben hat, um die Sonde zu finden, und ihm dennoch kein Erfolg beschieden war.

Die folgende Mitternachtssonde M5120331 landete bei Langeln. Für mich war der Empfang im Landeanflug etwas ungünstig, da das Haus etwas störte. Immerhin hatte ich die Sonde bis ca. 420m Höhe noch erfasst. Damit konnte ich eine Prediction mit Habhub erstellen. Meine und die Bremer Prediction sahen die Sonde  auf demselben Acker.

Langeln lässt sich mit der Vorortbahn AKN erreichen. Die erste Bahn am Sonntag wäre aber erst um 8:22 morgens dort angekommen. Inzwischen ist die Vegetation auf den Feldern so hoch, dass es schon anzuraten ist, vor Verstummen der Sonde aufzuschlagen. So habe ich es vorgezogen, mit der AKN nach Ulzburg-Süd zu fahren. Von dort brachte mich eine Radtour von 10km zur Landestelle. Dadurch war ich mehr als eine Stunde früher an Ort und Stelle. Auf dem Weg konnte ich u.a. einen Feldschwirl hören.

Beim Auspacken der Antenne kamen ein paar Kühe von der Nachbarkoppel angelaufen und guckten sich das Spektakel mit großen Augen an. Kaum hatte ich Empfang, kam ein Kuckuck bis in nächste Nähe geflogen, offenbar reizte ihn das Piepen der RS41 aus meinem Notebook-Lautsprecher! Das, obwohl das RS41-Geräusch einem Kuckucksgesang nur sehr sehr entfernt ähnelt. Jedenfalls konnte ich die GPS-Position sichern. Sie lag auf dem erwarteten Maisfeld, und zwar zwischen meiner und der Bremer Prediction.

Zu sehen war wieder mal auch aus nächster Nähe nichts, aber mein Handy-GPS brachte mich zur Sondenposition. Die Sonde selbst sah ich erst aus nächster Nähe.



Die Schnur wies den Weg  zum großen Ballonrest und zum Fallschirm.


Der hatte sich zwar mit Luft gefüllt, aber verdrillt. Immerhin langte es, die Sonde auf 7m/s
abzubremsen.





Nach erfolgter Bergung brachte mich die erste AKN von Langeln nach Elmshorn, wo der Regionalzug nach Hamburg-Altona fuhr.


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Freitag, 9. Juni 2017

Originalverpackt, Baujahr 1978

Gerd, ein Teilnehmer des GvA-Anfängerworkshops mit Neigung zum Jagen und Sammeln, überreichte mir grinsend und ohne nähere Herkunftsangabe ein Schätzchen aus den 1970ern:

Da fällt mir nix mehr zu ein, außer mit Helium füllen und fliegen lassen (wird aber wohl nicht sinnvoll funktionieren)

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