Dienstag, 6. Dezember 2016

SGP-Sonde nach GPS-Koordinaten gefunden

Die Radiosonde M2034073 startete am Sonntag , den 4.12.2016 um 10:45 von Schleswig. Ich konnte das Sondensignal von Hamburg Altona aus verfolgen und die Landestelle recht genau eingrenzen. Ich konnte allerdings erst in der späten Dämmerung am Landeort eintreffen. Ich habe dann versucht, die Sonde durch Peilen auf einem Stoppelfeld zu finden. Das Signal war sehr stark, aber in der absoluten Nähe der Sonde konnte ich nichts entdecken. Klar war, dass die Sonde sehr dicht am Rande des Stoppelfelds lag, aber im Schein meiner Taschenlampe war nichts zu sehen, auch nicht in den vom Lichtkegel erreichbaren Bäumen. Frustriert gab ich auf. Sondemonitor gab sogar Koordinaten, aber in derem weiterem Umfeld lag keine Sonde, und auch die Peilung passte nicht zu diesem Ort. .

Ich hatte aber ein wenig von dem Sondensignal als Audiodatei aufgezeichnet. Diese konnte ich  am Abend mit einem alternativen Decoder decodieren. Dieser ist vor allem genauer als Sondemonitor, und er kommt auch mit schlechten Satellitengeometrien (typisch für SGPs am Boden) besser klar.


Damit gelang es mir, die Position sehr genau festzustellen. Google-Earth zeigte: Die Sonde hing in einem Baum, wofür auch der enorm starke Empfang sprach. Sowohl GPS als auch eine Höhenberechnung aufgrund des Drucksensorsignals zeigten, dass die Sonde 10-15m über dem Boden hing. Alle Infos passten also zusammen.

Am 6.12. konnte ich den Landeort bei Tageslicht besuchen. Den großen Ballonrest sah man bei Tageslicht schon aus großer Distanz, und er hing tatsächlich  im besagtem Baum!


Wegen der erwarteten Baumlandung hatte erstmals ich meine 8m lange GFK-Teleskopstange dabei. Ich hatte Glück: Der ungeöffnete Fallschirm befand sich ca. 6m über Grund. Ich konnte mit einem am Ende angebrachten Haken die Fallschirmseile greifen und zu Boden ziehen. Nach allerlei Seilmanövern kam die Schnur von einigen Astgabeln frei, wodurch sie die Sonde, wenn man am Fallschirm zog oder die Schnur entlastete, nach oben und unten bewegte. Also wurde die Schnur gekappt, wodurch die Sonde gravitativ beschleunigt nach unten segelte.


Eine etwas schwere Geburt, diese Sondenbergung. Aber: Ich habe hierbei eine Menge gelernt.

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