Donnerstag, 22. Dezember 2016

Fallschirmdiebe auf dem Deich!

Leider habe ich beim Versuch, die Fotos vom Handy auf einen USB-Stick zu verschieben, die Dateien geschrottet. Sehr ärgerlich.

Heute landeten insgesamt 3 Meppener Sonden in Hamburg, und ich war unterwegs. Die erste (L2313294) flog am Morgen auf Schnelsen zu. Leider konnte weder SondeMonitor noch der Zilog-Decoder die GPS-Koordinaten entschlüsseln, was ärgerlich war, denn ich hatte die Sonde bis in eine Druckhöhe von 70 Metern verfolgen. Es muss an den Rinex-Daten gelegen haben, denn mit späteren Rinexdaten ging es dann.  So musste ich den Track aus den Daten der Bremer Sonde extrapolieren. Die AKN brachte mich nach Schnelsen, und da begann eine längere Wanderung. Nach einigem Hin- und Her hatte ich die Sondenposition erpeilt, aber erst, als ich aus Richtung Bahnhof Burgwedel von der anderen Seite auf die Landestelle sehen konnte, erkannte ich im Fernglas den roten Fallschirm im Wipfel einer Fichte. Leider war auch die Sonde, wie ich aus den Luftdrucksensordaten herausfand, ca. 30 Meter hoch, so dass ich es aufgab.
Die zweite Sonde (L2124093) landete laut Bremer Seite höchstwahrscheinlich in der Elbe. Zuhause konnte ich die Landung der 3. Sonde (L2133109) per Funk verfolgen, und zwar ohne Probleme bis in ca. 50 Meter Bodenhöhe. S-Bahn und Bus brachten mich schnell zur Landestelle. Ich brauchte nicht einmal den Empfänger in Betrieb nehmen, sondern einfach nur die Sonde (92SGPD) an der erwarteten Position einsacken - um dann sofort den Gegenbus zu nehmen, um mir eine Wartezeit von einer Stunde zu ersparen.

Die ganze Aktion vor Ort dauerte keine 15 Minuten. Der kleine Ballonrest lag auf der Krone des  Moorwerder Hauptdeichs, die Sonde sehr gut sichtbar am Fuß des Deiches. Aber der schöne große rote Fallschirm FEHLTE ganz - obwohl bei der Landung einer vorhanden war angesichts 2.4m/s Landegeschwindigkeit. Den hatte schon jemand mitgenommen. Die rote dicke Schnur an der berüchtigten "Meppen-Pappe" war mit einem Feuerzeug durchgekokelt. Da hatte wohl jemand ein Souvenir erbeutet - die Sonde war jedenfalls unberührt und der bekannte Begleitbrief noch mit Tape verklebt.

UPDATE 27.12.2016
Ich konnte L2313294 jetzt doch noch bergen! Dass ich aufgrund des Datenverlusts keine Fotos von der Landestelle hatte, ärgerte mich schon. Ich hatte am 22.12. den Fallschirm aus 180m Entfernung erspäht, und die Position passte sehr gut zu den Peilversuchen vorher. Auch meine Reanalyse des Audiomitschnitts von der Landestelle mittels Zilog-Decoder passte gut zu meiner Fallschirmsichtung und zu den Peilrichtungen im Gelände, so dass ich jetzt präzise Koordinaten hatte.

Am 22.12. hatte ich mich entmutigen lassen, da der Druck der Sonde 4hPa unter dem meines Handy-Manometers lag und eigentlich mein Handy immer ca. 1 hPa mehr anzeigt als die  Sonden. 3 hPa würden 24m Höhenunterschied entsprechen. Daher habe ich vermutet, dass die Sonde ebenfalls - wie der Fallschirm - im Baumwipfel hängen musste.

Da die Landestelle aber nicht weit von mir entfernt war, habe ich sie noch einmal aufgesucht, auch, um sie noch einmal aus nächster Nähe zu inspizieren. Da es am 2. Weihnachtsfeiertag recht stürmisch war, hoffte ich irgendwie auch auf eine Änderung der Konfiguration. Um zur Landestelle zu gelangen, musste ich mich durch dichtes Unterholz schlagen, bis ich fast an der AKN-Bahnstrecke herauskam.  Zunächst einmal sah man in den Wipfeln besagter Fichten nichts, aber aus einem bestimmten Winkel konnte ich den Schirm und die Ballonreste doch sehen. Diesmal hatte ich auch nicht nur ein Handy mit, sondern eine Kamera mit recht starkem Telezoom:
Inzwischen hatte ich gelernt, dass man bei einer Baumlandung nicht aufgeben darf, solange man die Radiosonde oder mindestens die 30m lange Schnur klar verortet hat. Also wurde die Umgebung des Baums abgesucht. Und zu meiner großen Überraschung stolperte ich fast über das Teil. Es lag am Boden!
Ich habe dann versucht, an der Schnur den Ballonrest herauszuziehen, was aber scheiterte. Ich hatte die Schnur - ohne alles - in der Hand. Etwas daneben fand sich abgerissen der Abroller - ohne jede Schnur. Offenbar hatte der sich von der Meppenpappe (von der keine Spur zu sehen war) abgerissen, denn in Meppen werden die Abroller ja an die Pappe und nicht an den Ballonhälsen mit roter Leine festgeknotet. Das führte aber nun dazu, dass an den Fallschirm kein Herankommen war.








Ich war zunächst davon ausgegangen, dass die Sonde wegen des windigen Wetters vom Baum gefallen ist. Aber das scheint nicht zu stimmen: Ganz offenbar lag die Sonde auch schon am 22.12. am Boden! Denn der Druckmesser zeigte bei einem Test fast 4 hPa weniger an als mein Handy-Drucksensor, was genau der Differenz vom 22.12. entspricht. Hier hatte mich das Vertrauen auf die "Fernaufklärung" vor Ort und der Augenschein des in großer Höhe hängenden Fallschirms zu sehr entmutigt. Andererseits erlaubte mir die schnelle Heimfahrt die rasche Bergung der Sonde L2133109 in Moorwerder.

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