Dienstag, 16. August 2016

Sondenbergung bei Itzehoe



Am 15.8. segelte die Mittagsssonde aus Schleswig (L4823764) wieder mal auf den Hamburger Raum zu, diesmal von Nordwesten, Ziel war die Gegend um  Pinneberg. Vielleicht könnte man mit der S-Bahn die Landestelle erreichen? Ich konnte ihre Signale von Altona aus verfolgen.

(Open Topomap/Open Streetmap)


Diese Sonde fiel aber wie ein Stein vom Himmel. Aufschlaggeschwindigkeit 13.5 Meter pro Sekunde. Also kam sie auch nicht ansatzweise so weit wie erhofft. Ich verlor ihr GPS Signal in 1000 Meter Höhe aus 52km Entfernung. Das war wohl nix! Als ich mir dann aber später die Daten genauer anguckte, sah alles erheblich besser aus. Der Aufschlagpunkt lag am Nordwestrand von Itzehoe, und zwar auf einer Wiese. 



 (Open Topomap/Open Streetmap)

Nicht weit weg war eine Bushaltestelle. Also rein in den Regionalzug, und los geht's. Funkausrüstung brauchte ich nicht, denn die Batterie der Sonde war inzwischen sicher leer. Eine kurze Wanderung brachte mich auf diese Wiese. Mit dem Fernglas entdeckte ich rasch einen verdächtigen weißen Fleck am gegenüberliegenden Rand der Wiese. Nach Überklettern mehrerer Stacheldraht- und Elektrozäune stand ich vor dem Fallschirm und einer enormen Menge Ballonresten.



 Diese zusätzliche Last war der Grund für die schnelle Sinkgeschwindigkeit - bei der Sonde in Ritzerau war nur der eigentliche Ballonhals mit heruntergekommen. Der Schirm lag direkt vor einem hohen Knick auf dem Boden, und das Seil zur Sonde verlor sich, straff gespannt, direkt im  Wipfel einer Birke! Als ich am Seil zog, gab es keinen starken Widerstand. Offenbar lag die Schnur über einer Astgabel, und ich konnte daran die Sonde heraufziehen. Ich beschloss dann aber, sie lieber umgekehrt abzuseilen, indem ich mit dem Fallschirm und den Ballonresten einfach auf den Knick zuging. Und da erschien die Sonde und hing jetzt immerhin in halber Höhe des Baums.


 Ein Durchschneiden der Schnur brachte sie auf den Boden. 

Als ich wieder an der Bushaltestelle angelangt war, war noch etwas Zeit. Die nutzte ich für einen kurzen Einkauf bei einem Lidl. "Was raschelt denn da in ihrer Tüte", fragte die Kassiererin. "Ach wissen Sie, das ist nur der Fallschirm eines Wetterballons." "Ach so, na dann, schönen Tag!"

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