Donnerstag, 11. August 2016

Meine erste Radiosondenjagd

Nach all diesen Experimenten und viel Lektüre entsprechender Webseiten wollte ich doch auch mal auf Sondenjagd gehen. Eine Chance ergab sich, als am 11.8.2016 die Schleswiger Mittagssonde (L4743229) laut Prognose mitten in meiner Heimat, dem Kreis Stormarn, landen sollte. Meine Mutter (87) lebt  in meinem Elternhaus, und ich beschloss, sie zu besuchen und bei der Gelegenheit ihr Auto auszuleihen. Sie fand das Projekt ausgesprochen cool und beschloss spontan, mitzukommen.
Im Landegebiet kannte ich einen Standort mit weiter Horizontsicht, und hier verfolgten wir die Landung. Die Sonde hatte einen ausgesprochen gut funktionierenden Fallschirm und kam wie erwartet genau auf uns zu. Dann flog sie deutlich weiter als vorhergesagt, um  ca. 15km von uns bei Ritzerau zu landen. Ich konnte die Sonde bis in eine Höhe von 150 Metern verfolgen-

Kartenfenster von Sondemonitor mit den letzten GPS-Posititionen und der Impact Prediction-Markierung. Hätte man auch als Schatzkarte benutzen können!
 
Da die Gegend laut Google-Earth ein freies Feld war, waren die Bergungschancen recht gut, und so machten wir uns per Navi sofort auf zur Landestelle. Vor Ort war das Signal laut und deutlich, aber die Sonde sendete kein GPS-Signal mehr*. Obwohl ich eine gute Idee hatte, wo sie sein musste und diese durch Peilversuche auch bestätigt wurde, war es nicht einfach, die Sonde in einem Weizenfeld zu sehen. Irgendwann blitzte ein heller Punkt im Feld auf und verschwand. Das war der weiße Fallschirm, der gelegentlich vom Wind etwas angehoben wurde. Ich fand eine Treckerspur, die ins Feld führte - wollte ja nicht dem Bauern seine Kulturen zertrampeln - und gelangte damit zum Ort des Geschehens. Leider hatte ich die Kamera im Auto vergessen, und daher gibt es nur Fotos von der Sonde zuhause.
Der Fallschirm war IM Ballon untergebracht! Links der Abroller

Es war die SGP-Version mit 3 3V Lithiumbatterien, Gesamtgewicht 160g
*)Update: Eine Reanalyse mit dem Zilog-Decoder ergab, dass die GPS-Daten durchaus verwertbar waren. Den kannte ich damals aber noch nicht, und Sondemonitor konnte mit dem Signal nichts anfangen. Aber Peilung führte ja auch so zum Ziel.

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